Katharina Hubert im Interview: Was gehört zur Grundausstattung einer Sportphysiotherapeutin für den Einsatz auf und neben dem Spielfeld sowie in der Kabine?

“Meine Grundausstattung ist eine Mischung aus klassischem physiotherapeutischem Equipment, Akutversorgung und individuellen Dingen, die sich aus dem jeweiligen Setting ergeben. Im Beachvolleyball sind die Anforderungen natürlich etwas anders als in einer Halle oder klassischen Teamsportarten, weil wir häufig unter freiem Himmel, bei Hitze, im Sand und mit Reise- bzw. Turnierlogistik arbeiten.

Zur klassischen Ausstattung gehören für mich eine gut sortierte Versorgungstasche mit Verbandsmaterial, Tape (z. B. Kinesio- und klassisches Sporttape), Kühlmöglichkeiten, Flossingband sowie Basics für die unmittelbare Akutversorgung. Im erweiterten Setting gehören für mich aber auch Massageprodukte und Tools für Regeneration dazu, weil sich die Arbeit eben nicht nur auf den Spielfeldrand beschränkt.

Ein Punkt, der im Leistungssport oft unterschätzt wird, ist die individuelle Athletenversorgung. Ich habe häufig auch Ersatz für persönliche Dinge der Athletinnen und Athleten dabei – zum Beispiel spezifische Getränke, Energie-Riegel oder Gels, falls im Turnieralltag einmal etwas vergessen wird.

Am wichtigsten ist für mich allerdings nicht das Material, sondern klinische Erfahrung, Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, Situationen schnell richtig einzuschätzen. Gerade in der Akutversorgung entscheidet selten das einzelne Tool, sondern die richtige Entscheidung im richtigen Moment.”

Was ist Ihr „Geheimwerkzeug“?

“Ein klassisches „Geheimwerkzeug“ habe ich tatsächlich nicht. Wenn überhaupt, dann sind es meine Hände, mein klinisches Reasoning und die Erfahrung aus vielen Jahren im Leistungssport.

Ich glaube, Sportphysiotherapie lebt weniger von einem bestimmten Gadget als von der Fähigkeit, Athletinnen und Athleten schnell zu lesen: Wie bewegt sich jemand? Was verändert sich unter Belastung? Wann braucht es unmittelbares Eingreifen – und wann eher Ruhe, Beobachtung oder eine andere Strategie?

Dazu kommt, dass sich meine Tasche immer ein Stück weit an die Athletinnen und Athleten anpasst, die ich betreue. Mit der Zeit kennt man individuelle Routinen, Vorlieben und Bedürfnisse und genau das macht im Alltag oft den Unterschied.”

Was erleichtert Ihnen den Arbeitsalltag?

Was meinen Arbeitsalltag am meisten erleichtert, ist tatsächlich Erfahrung, Struktur und gute Vorbereitung. Im Leistungssport , gerade im internationalen Beachvolleyball , sind die Bedingungen nicht immer planbar oder ideal. Unterschiedliche Länder, wechselnde Rahmenbedingungen, Wetter, Zeitdruck oder spontane Veränderungen gehören einfach dazu.

Umso wichtiger ist es, flexibel zu bleiben, pragmatisch zu denken und sich gut auf die individuellen Bedürfnisse der Athletinnen und Athleten einzustellen. Wenn Abläufe klar sind und man sein Setting kennt, wird vieles deutlich einfacher.

Welche Ausrüstungsgegenstände brauchen Sie täglich? Welche eher in Ausnahmefällen?

“Im Beachvolleyball ist meine Tätigkeit tatsächlich deutlich weniger technisiert, als viele vielleicht vermuten. Mein wichtigstes „Werkzeug“ sind im Alltag oft tatsächlich meine Hände, meine Erfahrung und mein klinisches Einschätzungsvermögen.

Zum täglichen Setup gehören eher die klassischen Basics: Tape, Material für die Akutversorgung, Kühlung und eine solide Grundausstattung für kleinere Interventionen direkt am Spielfeldrand. Viel mehr braucht es im Kern oft gar nicht.

Der entscheidende Faktor ist vielmehr die Fähigkeit, Situationen schnell richtig einzuschätzen, pragmatische Entscheidungen zu treffen und auch improvisieren zu können. Wir arbeiten schließlich nicht unter standardisierten Laborbedingungen, sondern in sehr unterschiedlichen Settings im Sand, unter freiem Himmel, bei Hitze, Wind, auf Reisen und in verschiedensten Ländern mit ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen.

Ausrüstung für speziellere Situationen habe ich natürlich ebenfalls dabei, aber deutlich seltener im Einsatz. Im Alltag zählt für mich weniger die Menge an Technik , sondern die Fähigkeit, mit den vorhandenen Mitteln effektiv zu arbeiten.”

Welche Kleingeräte nutzen Sie am häufigsten?

“Wenn man von klassischen Kleingeräten spricht, sind es bei mir vor allem die einfachen, schnell einsetzbaren Tools, die im sportlichen Alltag wirklich praktikabel sind zum Beispiel Flossingband, kleinere Mobility- oder Aktivierungstools und alles, was unkompliziert direkt im Einsatz funktioniert. Ich bin auch ein grosser Fan vom Novafon. Das können die Athleten auch schon vorbereiten nutzen. “

“Auch hier gilt: weniger ist oft mehr. Im Leistungssport brauche ich keine große Gerätschaft, sondern Lösungen, die schnell, effektiv und unter realen Bedingungen zuverlässig funktionieren.”

Gibt es bestimmte Marken, die Sie gerne nutzen?

“Ich bin tatsächlich nicht besonders markentreu im Sinne eines einzigen Herstellers für alles. Mein Ansatz ist eher sehr pragmatisch: Ich suche mir in den jeweiligen Bereichen die Produkte heraus, mit denen ich über die Zeit die besten Erfahrungen gemacht habe – sei es bei Tape, Kühlung, Massageprodukten oder Material für die Akutversorgung.”

“Gerade im Leistungssport zählt am Ende weniger das Logo auf dem Produkt, sondern Zuverlässigkeit, Qualität und die Frage, ob ein Produkt im Alltag unter realen Bedingungen funktioniert. Wenn ich etwas finde, das sich bewährt, bleibe ich dabei aber eben produktbezogen und nicht zwingend markenübergreifend aus einer Hand.”

Studio Orange

A multidisciplinary communication designer with a passion for creating meaningful and visually compelling work.

After earning my degree in Communication Design, I turned my creative drive into a career, working across a wide range of disciplines including branding, advertising, corporate identity, web and editorial design, packaging, and festival visuals.

I bring a thoughtful, concept-driven approach to every project, combining strategic thinking with a strong sense of aesthetics. Whether developing a brand from scratch or refining existing visual identities, I aim to create work that communicates clearly and leaves a lasting impression.

Always curious and inspired by culture, I enjoy collaborating with clients and teams to bring ideas to life in fresh and engaging ways.

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